Category : Geschichte des Huhns

Home > Archive for Geschichte des Huhns

Raptoren im Stall

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm..!

Da ich öfters Beiträge im Social-Media von erschrockenen Hühnerhaltern lese, hier mal ein paar Anmerkungen zum Fressverhalten unserer lieben Hühnchen.

Hühner sind Omnivore, sprich Allesfresser und diese Position in der Nahrungskette nehmen sie sehr ernst. Was häufig zum Entsetzen bei Neuhühnerhaltern führt. Denn bei Schnecke und Regenwurm ist nicht Schluss. Grundsätzlich wird gejagt und vertilgt, was sich bewegt und erwischen lässt. So fallen unseren gefiederten Freunden auch gerne mal Blindschleichen, Eidechsen, Mäuse und kleine Vögel wie Spatzen zum Opfer. Einige Hennen entwickeln gar einen ausgeprägten Jagdtrieb.

Wenn also die Lieblingshenne demnächst mal wieder stolz mit einer selbsterlegten Maus im Schnabel herumstolziert, einfach entspannt bleiben. Es gehört zum Naturell unserer Gartenbewohner und zeigt die verwandtschaft zu den lange ausgestorbenen Raubsauriern.

Wer Eidechsen und Blindschleichen schützen möchte sollte es ihnen im Hühnergehege nicht allzu gemütlich machen, also zu Beispiel auf Steinhaufen etc verzichten.

in diesem Sinne weidmannsheil

Hühner kaufen

Wo kommts her, mein Huhn?

Die liebe Nicole hat mich heute darauf aufmerksam gemacht, dass es im Moment nicht leicht ist an Hühner zu kommen.

Auch mir begegnet dieses Thema aktuell sehr häufig, nicht nur in der Futterberatung, sondern auch in meinem Tätigkeit als Geflügelzüchter. Gerade jetzt, wo viele Menschen zur Hühnerhaltung finden ist dies eine wichtige Frage.

Wer ein klassisches Rassehuhn sucht hat es sicherlich am schwersten. Ersten sind Geflügelzüchter nicht mehr in großer Anzahl vorhanden. Dieser Umstand sollte einige ambitionierte Geflügelhalter zum Nachdenken anregen. Auch haben Züchter einen Rhythmus, dem ihr Zuchtjahr folgt. Küken werden klassisch im Frühjahr gezogen, sprich März und April. Da die Tiere eine Weile wachsen müssen, bevor man erkennt welcher Hahn oder Hennen zur Zucht und zum Anstellen taugt hat man hier im Frühsommer gute Chancen Rassetiere zu ergattern. Haben die Tiere ihre Adoleszenz erreicht werden die nicht dem Rassetypus entsprechenden Hühner oft der Gefriertruhe zu geführt. Das möchte ich nicht negativ werten, die Erzeugung von eigenem Geflügelfleisch ist auch Teil meiner Tierhaltung. Am Ende des Sommers stehen die Hähne und Hennen für die bevorstehenden Geflügelschauen fest, diese Tiere werden vom Züchter weiter gepflegt und keinesfalls abgeben. Nach Beendigung der Schausaison werden die Zuchtgruppen zusammengestellt. Im Frühjahr werden dann die Eier der Anpaarungen ausgebrütet und das Züchterjahr beginnt von vorne.

Wie ihr seht, ist der mögliche Erwerb von Rassetieren an die Jahreszeit gebunden. Außerdem hat man häufig nur die Möglichkeit Hühner zu kaufen, die nicht vollends dem Rassestandard entsprechen.

Jetzt wollen wir im Herbst oder Winter Geflügel kaufen, da bleibt das Hybridhuhn. Diese kann man klassisch bei Geflügelhändlern oder auf Geflügelhöfen erwerben. Die Preise liegen in der Regel zwischen 8€ und 10€ pro Tier. Hybridhühner werden wir sicherlich nochmal im Detail besprechen. Grundsätzlich handelt es sich um Nutzgeflügel, das aus mehreren Rassen zusammengekreuzt wird um zum Beispiel eine möglichst hohe Legeleistung zu erzeugen. Obwohl oft in der Kritik sind auch Hybriden tolle Gartenbewohner. Besonders wenn man Hühner zur Eiergewinnung halten möchte. In einer schönen Umgebung entwickeln sie sich prächtig und machen viel Freude. Leider neigen sie eher zu Krankheiten und es treten häufiger gesundheitliche Probleme auf.

Aus meiner Erfahrung heraus sind diese Umstände aber nicht so ausgeprägt wie oft behauptet.

Hybriden kann man in allen Farben bekommen, besonders bekannt dürfte die braune Legehenne sein. Unter dem folgenden Link könnt ihr euch gerne mal einlesen https://wirmachendashuhn.de , hier wird auch gezeigt, wie diese Tiere entstehen und welche Typen es gibt.

Geflügelhänder- und Höfe in eurer Nähe findet ihr in den klassischen Suchmaschinen. Allerdings macht die Herkunft den Unterschied. Fliegende Händler sind in der Regel nicht die beste Quelle. Schaut nach einem Händler oder Hof, bei dem ihr die Tiere selbst abholen könnt. Dann habt ihr die Möglichkeit die Haltung vor Ort zu sehen und könnt euch einen Eindruck vom Gesundheitszustand machen. Eine gute Empfehlung sind Biohöfe, auch hier werden Tiere verkauft und man kann sich einer guten Haltung sicher sein. Auf solche Höfe findet ihr im Internet.

Da Deutschland einer größten Geflügelproduzenten der Welt ist, hat man eigentlich in keiner Region Problemen Hühner und anders Geflügel zu erwerben.

Ein kleiner Denkanstoss zum Abschluss. Auch wenn Hybridhühner häufig kritisiert werden und man von der Haltung um privaten Raum abrät um die industrielle Erzeugung nicht zu unterstützen möchte ich folgendes dazu sagen.

in Deutschland leben ca. 44.000.000 Legehennen und davon nur ein verschwindend geringer Anteil in Privathaushalten. Ob ihr eine Legehenne kauft oder nicht wird auf diese Zahl landwirtschaftlich genutzter Tiere keinerlei Einfluss haben. Aber vielleicht macht eure Entscheidung gerade für eine braune Legehenne den Unterschied für ein einzelnes Tier.

Henne oder Ei..?

Wer war zu erst da?

Eine Frage die sich der Mensch stellt seit dem er geradeaus denken kann. Wir wollen diese Mysterium heute auflösen, denn ja, wir haben die Antwort.

Und diese lautet: Es war der Dinosaurier!

Wer außer Anthropologen hätte mit dieser spektakulären Antwort gerechnet? Tatsächlich ist unser heutiges Haushuhn ein direkter Nachfahre der einstigen Riesenreptilien, sowie alle anderen Vögel zu Lande und in der Luft.

Wobei man sagen muss, wer seine Tiere schonmal fressen sehen hat, erkennt in der Regel den Velociraptor als Opa. So wurden aus Schuppen Federn und aus Stummelärmchen Flügel. Geblieben sind die schlechten Essmanieren.

Es ist doch recht erstaunlich, dass uns die Hühnerhaltung im eigenen Garten so nah mit der Erdgeschichte verbindet.

Corona und das Huhn

Ein Virus in der Geflügelhaltung

Geschlossene Läden, Restaurants und Bars. Arbeiten am Küchentisch in Jogginghose und Homeschooling. Langeweile und Verdruss, wenn es da nicht ein Licht am Ende des Tunnels gäbe, der Baumarkt. Das Leuchtfeuer der Coronakrise. Nichts wie ran an liegengebliebene Projekte. Das dachten sich wohl auch viele Gartenbesitzer in diesem Frühjahr und setzten den lange wabernden Wunsch nach eigenen Hühner um.

Mit viel Holz, Liebe und Pinterest.com wurden kleine Behausungen gebaut und wilde Ecken der Gärten urbar gemacht. Mit großen Erwartungen fanden die ersten Hähne und Hennen den Weg in die Gärten der Bundesrepublik.

Es stellt sich die Frage, woher kommt dieser Wunsch nach dem eigenen Federvieh und warum wird er jetzt derart vehement umgesetzt. Liegt es an Corona? Hat der Bundesbürger zu viel Zeit? Ist es purer hass auf die Eiindustrie, quasi gefiederter Protest?

Teilt uns eure Meinung mit, wir sind gespannt…