Landromantik

Abendliche Gedanken…

Als ich heute ein paar Bilder für meine Beiträge suchte viel mir das oben in die Hände. Das Bild zog mich in seinen Bann und ich fing an etwas vor mich hin zu Träumen.

Wenn ich allabendlich bei meinen Tieren aufschlage ist es diese Vorstellung vom Landleben die mich mitnimmt.

Ich fülle zu Beginn den Futtereimer und schnappe mir mein Eierkörbchen. Die Damen und Herren stehen schon ganz aufgeregt am Zaun, einige laufen mir freudig entgegen. Ein paar meiner Hühner sind der Meinung Zäune gelten für sie nicht. Ich lasse Ihnen den Freiraum, auch wenn ein paar Spaziergänger manchmal etwas echauffiert beim vorbeigehen schauen.

Nachdem alle sechs Ställe ihr Futter bekommen haben und 20 Liter Wasser verteilt sind, lasse ich mich auf meine Bank vor den Gehegen nieder. In der Regel mit einem Bier in der Hand. Mein sechs Brieftauben sitzen fröhlich gurrend auf dem Dach hinter mir, die Damen genießen den Abendsnack und die Herren diskutieren noch etwas.

Ich für meinen Teil genieße die Kulisse und lasse meine Gedanken schweifen. Die tägliche Begegnung mit meinen Tieren und der Natur hilft mir mich zu erden. Sie verschafft mir Frieden und Ruhe.

Ich glaube, das bedeutet Landromantik. Leben mit dem Rhythmus der Natur. Nicht nach der Uhr, sondern nach Sonnenauf- und Untergang. Das Atmen der frischen Luft, die einen umgibt. Das spüren des aufkommenden Windes und das Hören der Rufe meiner Hühner und Tauben. Die Füße fest auf dem Boden und den Geist in Freiheit.

Wurmkur

Ja oder nein…?

Letztes Wochenende ging ich meinen täglichen Aufgaben bei den Hühnern nach, als plötzlich eine meiner braunen Legehennen ein Häufchen neben mir platzierte. Soweit nichts ungewöhnliches. Bis ich einen Spulwurm sah, der sich genussvoll im Haufen meiner Henne aalte.

Zeit für eine Wurmkur.

Häufig werden klassische Wurmkuren mit chemischen Mitteln kritisiert, Alternativen allerdings existieren nicht. Zwar gibt es Kräuter wie Knoblauch oder Zimt, die unterstützenden wirken aber nie eine endgültige Lösung darstellen.

Parasiten wie Würmer können drastische Folgen für die Gesundheit unserer Tier haben. im Übrigen auch für unsere, denn auch ich habe täglich Kontakt mit meinen Hühnern und wenn auch unabsichtlich mit deren Kot. Hinzu kommt Elvis, der Dalmatiner-Mix vor Ort. Er treibt sich gerne mit den Damen rum. Auch passiert sein Geschäft mal in einem Gehege oder umkehrt. In einem Garten, indem alle Tiere umeinander laufen sind Infektionen mit Parasiten nach links und rechts keine Seltenheit.

Zudem habe ich häufig Kinder vor Ort die mir bei meinen Stallpflichten gerne zur Hand gehen oder sich leidenschaftlich auf die Suche nach Eiern machen.

Aus eben all diesen Gründen ist regelmäßiges Entwurmen unabdingbar. Ich nehme die Behandlung zweimal im Jahr vor. Sollten neue Tiere den Weg in meinen Bestand finden auch noch einmal zwischendrin.
Die klassischen Mittel wie beispielsweise Flubenol erhaltet ihr beim örtlichen Tierarzt und in Tierkliniken.

Parasiten wie Würmer können sich stark auf die Gesundheit unserer gefiederten Freunde auswirken. Hier ist Vorsicht schlichtweg besser als Nachsicht. Immer auch mit dem Gedanken an die Gesundheit der haarigen Mitbewohner und der Unseren.

Zum Schluss darf sich jeder einmal Gedanken darüber machen, was sich Nachts alles im Hühnergehege bewegt, ohne das wir davon wissen. Bestimm lässt der ein oder Andere Fuchs, Waschbar oder Wiesel auch mal ein Häufchen als Erinnerung da. Und wir haben noch nicht über Mäuse, Ratten und Waldvögel gesprochen.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Hühner kaufen

Wo kommts her, mein Huhn?

Die liebe Nicole hat mich heute darauf aufmerksam gemacht, dass es im Moment nicht leicht ist an Hühner zu kommen.

Auch mir begegnet dieses Thema aktuell sehr häufig, nicht nur in der Futterberatung, sondern auch in meinem Tätigkeit als Geflügelzüchter. Gerade jetzt, wo viele Menschen zur Hühnerhaltung finden ist dies eine wichtige Frage.

Wer ein klassisches Rassehuhn sucht hat es sicherlich am schwersten. Ersten sind Geflügelzüchter nicht mehr in großer Anzahl vorhanden. Dieser Umstand sollte einige ambitionierte Geflügelhalter zum Nachdenken anregen. Auch haben Züchter einen Rhythmus, dem ihr Zuchtjahr folgt. Küken werden klassisch im Frühjahr gezogen, sprich März und April. Da die Tiere eine Weile wachsen müssen, bevor man erkennt welcher Hahn oder Hennen zur Zucht und zum Anstellen taugt hat man hier im Frühsommer gute Chancen Rassetiere zu ergattern. Haben die Tiere ihre Adoleszenz erreicht werden die nicht dem Rassetypus entsprechenden Hühner oft der Gefriertruhe zu geführt. Das möchte ich nicht negativ werten, die Erzeugung von eigenem Geflügelfleisch ist auch Teil meiner Tierhaltung. Am Ende des Sommers stehen die Hähne und Hennen für die bevorstehenden Geflügelschauen fest, diese Tiere werden vom Züchter weiter gepflegt und keinesfalls abgeben. Nach Beendigung der Schausaison werden die Zuchtgruppen zusammengestellt. Im Frühjahr werden dann die Eier der Anpaarungen ausgebrütet und das Züchterjahr beginnt von vorne.

Wie ihr seht, ist der mögliche Erwerb von Rassetieren an die Jahreszeit gebunden. Außerdem hat man häufig nur die Möglichkeit Hühner zu kaufen, die nicht vollends dem Rassestandard entsprechen.

Jetzt wollen wir im Herbst oder Winter Geflügel kaufen, da bleibt das Hybridhuhn. Diese kann man klassisch bei Geflügelhändlern oder auf Geflügelhöfen erwerben. Die Preise liegen in der Regel zwischen 8€ und 10€ pro Tier. Hybridhühner werden wir sicherlich nochmal im Detail besprechen. Grundsätzlich handelt es sich um Nutzgeflügel, das aus mehreren Rassen zusammengekreuzt wird um zum Beispiel eine möglichst hohe Legeleistung zu erzeugen. Obwohl oft in der Kritik sind auch Hybriden tolle Gartenbewohner. Besonders wenn man Hühner zur Eiergewinnung halten möchte. In einer schönen Umgebung entwickeln sie sich prächtig und machen viel Freude. Leider neigen sie eher zu Krankheiten und es treten häufiger gesundheitliche Probleme auf.

Aus meiner Erfahrung heraus sind diese Umstände aber nicht so ausgeprägt wie oft behauptet.

Hybriden kann man in allen Farben bekommen, besonders bekannt dürfte die braune Legehenne sein. Unter dem folgenden Link könnt ihr euch gerne mal einlesen https://wirmachendashuhn.de , hier wird auch gezeigt, wie diese Tiere entstehen und welche Typen es gibt.

Geflügelhänder- und Höfe in eurer Nähe findet ihr in den klassischen Suchmaschinen. Allerdings macht die Herkunft den Unterschied. Fliegende Händler sind in der Regel nicht die beste Quelle. Schaut nach einem Händler oder Hof, bei dem ihr die Tiere selbst abholen könnt. Dann habt ihr die Möglichkeit die Haltung vor Ort zu sehen und könnt euch einen Eindruck vom Gesundheitszustand machen. Eine gute Empfehlung sind Biohöfe, auch hier werden Tiere verkauft und man kann sich einer guten Haltung sicher sein. Auf solche Höfe findet ihr im Internet.

Da Deutschland einer größten Geflügelproduzenten der Welt ist, hat man eigentlich in keiner Region Problemen Hühner und anders Geflügel zu erwerben.

Ein kleiner Denkanstoss zum Abschluss. Auch wenn Hybridhühner häufig kritisiert werden und man von der Haltung um privaten Raum abrät um die industrielle Erzeugung nicht zu unterstützen möchte ich folgendes dazu sagen.

in Deutschland leben ca. 44.000.000 Legehennen und davon nur ein verschwindend geringer Anteil in Privathaushalten. Ob ihr eine Legehenne kauft oder nicht wird auf diese Zahl landwirtschaftlich genutzter Tiere keinerlei Einfluss haben. Aber vielleicht macht eure Entscheidung gerade für eine braune Legehenne den Unterschied für ein einzelnes Tier.

Staubbaden

An einem sonnigen Nachmittag im Herbst ist es für unsere Hühner immer ein Genuss ein wohltuendes Staubbad zu nehmen. Unsere große weiße Sussex-Henne Gudrun findet man dann oft ganz alleine hinter der alten Hortensie. Anscheinend mag sie das Ambiente.. lach! Leider wird ihr oft die Ruhe nicht gegönnt, denn es dauert nicht lange, dann schleicht sich Gustav unser kleiner Chabo-Hahn von der Seite an und ihm folgt dann die ganze fröhliche Bande.

Die Rassegeflügelschau

Ja oder Nein zu Geflügelschauen?

2020 ist alles anders. Auch für mich als Geflügelzüchter, gestern kam die Absage der Bundesschau. Ich hatte mich sehr auf dieses Event gefreut und wollte mit 10 Tieren vor Ort sein. Nun, es sollte nicht sein. Ein guter Zeitpunkt sich über dieses Thema zu unterhalten.

Regelmäßig wird an den klassischen Geflügelschauen Kritik geübt. Seien es die Maße der Käfige, die Bedingungen vor Ort oder das Zustandekommen der Ausstellungstiere.

Doch welchen Platz nehmen die Schauen heutzutage ein, beziehungsweise welche Rolle spielen sie noch?

Grundsätzlich ist die Erhaltung von Geflügelrassen aus mehreren Gründen wichtig. Ein unbekannter Grund ist, dass unsere Hausgeflügelrassen die genetische Basis für die in der Landwirtschaft genutzten Hybridtiere bilden. Da es hier wiederkehrend zu gesundheitlichen Problemen kommt, werden immer wieder verschiedene Rassen eingekreuzt. Ein weiterer Grund, immer mehr Verbraucher fordern Eier und Fleisch von „altem Nutzgeflügel“, noch steckt dieser Trend in den Kinderschuhen, aber ich bin mir sicher, dass das Interesse an derart erzeugten Lebensmitteln wachsen wird. Nicht zuletzt erleben wir die Hühnerhaltung aktuell als großen Trend in privaten Haushalten. Natürlich wird ein Rassehuhn für den Garten gesucht. Nur, wo sollen diese herkommen?

Hier braucht es aktive Züchter und entsprechende Standards, wie ein Huhn innerhalb einer bestimmten Rasse auszusehen hat und welche Leistungsmerkmale es besitzt. Damit nicht jeder seine eigene Suppe kocht, müssen die Tiere innerhalb einer Rasse regelmäßig verglichen werden. Dafür eben die Geflügelschau, bei der es darum geht, die Tiere auszuzeichnen, die dem Rassestandard am nächsten kommen, oder diesem im Idealfall vollständig entsprechen.

Was sich diskutieren lässt, sind die Bedingungen für die Durchführung einer Geflügelschau. Hier fehlt es allerdings an Grundlegendem, nämlich an jungen und ambitionierten Züchtern, die sich in Vereine und Verbände einmischen und bereit sind zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln und zur Durchführung zu bringen.

Wie ist eure Meinung zu diesem Thema? Schriebt diese gerne in die Kommentare..!

Hühner im Regen

Was tun, wenn die Damen gerne planschen?

Was mache ich, wenn die Damen und Herren im Regen unterwegs sind und abends wie die begossenen Pudel vor einem stehen?

Klare Antwort, gar nichts!

Diese Frage bekommen wir oft gestellt. Grundsätzlich sind Hühnern Wetterfest. Ihr Gefieder schützt sie vor kalten Temperaturen und sorgt so dafür, dass die Damen mit ihrer Umwelt zurecht kommen.

Ich erlebe oft ein individuelles Verhalten. Einige meiner Tiere meiden den Regen und stellen sich unter, andere haben größtes Vergnügen daran bei nasser Witterung unterwegs zu sein. Grundsätzlich mache ich mir da wenig sorgen, denn ich bin sicher, dass meine Hühner wissen was sie tun. Dennoch sind meine Hybridhennen schnell erkältet, aber das Getier, dass sich bei Regen an die Erdoberfläche begibt ist einfach zu attraktiv.

Mein Rat: Mache lasse..! Wie der Hesse sagt. Denn Wettereinflüsse sorgen auch für Abhärtung und ein fittes Immunsystem. Und damit lässt es sich auch über die nasse und kalte Jahreszeit kommen.

Hahnenkamm

Wusstet Ihr eigentlich, dass die Kämme unserer Hennen und Hähne, uns etwas über ihren Gesundheits- und Gemütszustand verraten?! Ist der Kamm knallrot geht es unseren Hühner prima. Doch wenn ein Huhn kränkelt, dann wird meist der Kamm auch blasser. Bei meinen Chabo-Hähnen mit ihren übergroßen Comic-Kämmen, kann ich sogar über den Tag hinweg eine Farbänderung feststellen. War der Tag stressig, weil vielleicht der Hühnerhabicht ständig über den Garten geflogen ist, wird ihr Kamm leicht bläulich. Doch an so einem schönen Nachmittag wie gestern, leuchtet mir der Kamm schon von weitem in einem fröhlichen Rot entgegen!