Erntedank im Hühnerhaus


Während die Abendsonne den Garten in ein spätsommerliches Licht taucht, verschönern mein Sohnemann und ich den Hühnerstall mit einigen guten Gaben. Kleine Äpfelchen legen wir auf das schmale Fensterbrett und goldgelben Mais hängen wir wie eine Girlande von Fensterladen zu Fensterladen. Heute haben wir das Hühnerhaus so richtig sauber und behaglich gemacht. Es wurde ordentlich ausgekehrt, geschruppt, die Sitzstange wurde mit Leinöl eingerieben und der Boden mit Dinkelspelz mit Kieselgur ausgelegt. „So, Mama!“, mein Sohnemann pustet sich die dichten dunklen Locken aus dem Gesicht, „Jetzt nur noch das Futter in das Silo und wir sind fertig. Frisches Wasser habe ich schon reingestellt.“. „Hast du auch an das ‚Hennenfit‘ gedacht?“, fragend blicke ich meinen Sohnemann an. „Na klar, Mama!“, mein Sohnemann nickt und sieht sich zufrieden unser geschmücktes Hühnerhaus an, „Ich mag, wenn das Hühnerhaus so schön geschmückt ist. Es ist ein gutes Gefühl den Hühnern einmal im Jahr so richtig Danke für ihre leckeren Eier zu sagen!“.

Hahnentritt und Hagelschnur

Habt Ihr Lust auf eine kleine, aber wissenswerte Familiengeschichte? Dann los..

Mein Jüngster und ich wollen gemeinsam Kuchen backen. Alle Zutaten werden gewogen und bereitgestellt, nur die Eier sind noch nicht aufgeschlagen. Ich weiß nicht, wie Ihr es macht, aber bei uns werden die Eier einzeln aufgeschlagen, um sie auf Haltbarkeit zu prüfen. Wir hatten zwar noch nie ein faules Ei, aber sicher ist sicher. Mein Jüngster schlägt also ein weißes Ei auf und schüttelt sich: „Iih.. Mama! Guck mal! Da ist ein roter Blutfleck auf dem Dotter und einen dicken weißen Faden hat das Ei auch noch. Das kann man bestimmt nicht mehr essen!“. „Ooh, ich glaube doch!“, erwidere ich fröhlich, „Das sind nur der Hahnentritt und die Hagelschnur!“. „Bitte was?!“, mein Jüngster rümpft die Nase, „Heißt das etwa Hahnentritt, weil der Hahn auf die Henne gestiegen ist, um Küken zu machen?!“. „Nein!“, antworte ich beschwichtigend, „Das haben die Leute früher geglaubt, heute weiß man, dass dieser Fleck meistens bei älteren Hühnern vorkommt, es handelt sich um Blut und Gewebereste aus dem Eileiter.“: „Das macht es jetzt auch nicht besser, Mama!“, mein Jüngster verzieht den Mund. Ich nicke verständnisvoll. „Aber wenn es nicht befruchtet ist, Mama, warum hat das Ei denn eine Nabelschnur?!“, mein Jüngster lässt nicht locker. „Ach, Schatz. Das ist auch keine Nabelschnur, sondern der weiße Faden ist sowas wie ein Sicherheitsgurt für eventuelle Küken. Er würde, wenn das Ei befruchtet ist, das Küken in der Mitte des Eies halten und es so vor Erschütterungen schützen. Außerdem zeigt die weiße Hagelschnur auch wie frisch ein Ei ist. Je größer sie ist, desto frischer ist das Ei.“. Mein Jüngster nickt verstehend und seufzt tief: „Kannst du die Hagelschnur trotzdem wegmachen, Mama? Sie soll nicht in meinen Kuchen.“.

Raptoren im Stall

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm..!

Da ich öfters Beiträge im Social-Media von erschrockenen Hühnerhaltern lese, hier mal ein paar Anmerkungen zum Fressverhalten unserer lieben Hühnchen.

Hühner sind Omnivore, sprich Allesfresser und diese Position in der Nahrungskette nehmen sie sehr ernst. Was häufig zum Entsetzen bei Neuhühnerhaltern führt. Denn bei Schnecke und Regenwurm ist nicht Schluss. Grundsätzlich wird gejagt und vertilgt, was sich bewegt und erwischen lässt. So fallen unseren gefiederten Freunden auch gerne mal Blindschleichen, Eidechsen, Mäuse und kleine Vögel wie Spatzen zum Opfer. Einige Hennen entwickeln gar einen ausgeprägten Jagdtrieb.

Wenn also die Lieblingshenne demnächst mal wieder stolz mit einer selbsterlegten Maus im Schnabel herumstolziert, einfach entspannt bleiben. Es gehört zum Naturell unserer Gartenbewohner und zeigt die verwandtschaft zu den lange ausgestorbenen Raubsauriern.

Wer Eidechsen und Blindschleichen schützen möchte sollte es ihnen im Hühnergehege nicht allzu gemütlich machen, also zu Beispiel auf Steinhaufen etc verzichten.

in diesem Sinne weidmannsheil

Brennnesseln für Henne & Küken

Gefürchtet und doch so nützlich!

Von Kindern gefürchtet ist die Brennnessel doch einer der nützlichsten Pflanzen unserer heimischen Flora. In der Naturheilkunde ist sie schon eh und je eine bekannte Heilpflanze, egal ob bei Huhn, Pferd oder Mensch.

Gerade in der Aufzucht von Küken findet dieses Kraut regelmäßig Anwendung. Bekannt ist eine verbesserte Blutbildung und ein optimierte Nierentätigkeit durch die Gabe von Brennnesselblätter. Beides unterstützt die Entwicklung und das Wachstum unserer Küken.

Brennnesselblätter können trocken oder als Tee dem Kükenfutter zugegeben werden. Auf eine Fütterung von frischen Brennnesseln sollte verzichtet werden um eine Übertragung von Krankheiten zu verhindern.

Natürlich sind Brennnesselblätter auch in der Fütterung erwachsener Hühner eich echter Gewinn. Gerade in Zeiten hoher Belastung wie der Mauser unterstützen sie den Organismus unserer Hennen und Hähne.

Kükengewusel

Am aller schönsten ist es, wenn nach einer langen Winterperiode das fröhliche Piepsen der jungen Küken im Hühnerstall zu hören ist. Findet Ihr nicht auch?! Für mich beginnt dann der Frühling. Leider ist es in diesem Jahr noch viel zu kalt um die süßen Kleinem im Garten herumwuseln zu sehen. Aber ab dem kommenden Wochenende soll sich das ja zum Glück ändern!

Huhn & Hund

Kann das gut gehen..?

Freitag, es ist soweit, ich darf Benny aus dem Tierheim abholen. Und da sitzen wir nun, Timm und Hund.

Ein Lebenstraum geht in Erfüllung und viele Fragen tun sich auf. Also auf zum ersten Kennenlernen mit den gefiederten Mitbewohnern. Bei über 100 Hühnern hoffte ich auf gutes Gelingen. Es gibt bereits einen Hund vor Ort, der gute Elvis hat sich sogar mit einem Hahn angefreundet. Ähnliches hoffte ich auch bei Benny.

Und tatsächlich die Hühnchen sind ihm gelinde gesagt egal. Allerdings riechen sie wohl recht gut.

Grundsätzlich können Hunde auch bei ausgeprägten Jagdtrieb lernen, welche Tiere zum Hausstand gehören und deshalb nicht gejagt werden dürfen.

Ich freue mich umso mehr, dass es eine solche Lektion nicht gebraucht hat.

Naturnahes Gärtnern

Meine Hühner sind im Moment außer Rand und Band. Endlich ist es wieder warm und sie freuen sich darauf den Garten zu erobern. Besonders der Bereich, den wir extra für die Insekten angelegt haben, lieben sie. Sie scharren und pieken und man sieht den Hühnern an, dass es ihnen auch richtig gut schmeckt. Doch so war das bestimmt nicht gedacht! Ich glaube, wir brauchen einen Zaun. Sonst sieht es mit dem „Insektensommer“ schlecht aus. Wie handhabt Ihr das?

Draußen ist es bitterkalt

Du meine Güte, was war das kalt heute Nacht. Minus 13 Grad zeigt unser Außenthermometer und der Schnee liegt an manchen Stellen knietief. Ich hatte große Bedenken, ob meine Hühnerschar das gut überstehen wird. Doch alles ist gut. Eine extra Portion Stroh für die Nacht in den Stall, damit die Ritzen dicht sind und ein paar Tropfen Thymianöl ins Trinkwasser. Vorbeugen ist bekanntlich besser als heilen, nicht wahr?! Und wisst Ihr was ich lustig finde? Meine fröhliche Bande hat sich auf den Weg ins Außengehege selber einen Strohweg gelegt. Ist das nicht clever?

Bachflohkrebse

Auch wenn sich die karge Wintersonne durch die Wolken kämpft, müssen meine Hühner gleich wieder in das geschützte Außengehege. Ein Habicht fliegt seine Runden über unseren weitläufigen Garten. Doch Ihr ahnt es, nicht wahr?! Meine Hühner haben überhaupt keine Lust dazu wieder in den langweiligen Stall zu gehen, sie wollen lieber scharren, picken und ein Staubbad nehmen, da muss ich sie wohl gleich mit einer Extraportion Bachflohkrebse und einem fröhlichem „Put, Put, Put“ locken. Sie lieben dieses Leckerli einfach.